Kokosöl ein Allheilmittel?

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Kokosöl – gesund und lecker?

Noch vor wenigen Jahren fristete Kokosöl in unseren Breitengraden eher ein Schattendasein. Mittlerweile ist es aus hippen Ökomärkten und den veganen Ecken der Drogeriemärkte nicht mehr wegzudenken. Herzhaften Gerichten wie z.B. Currys verleiht das Öl eine exotische Note, Smoothies und Süßspeisen können damit gesüßt werden. Bekannt ist das vermeintlich neue Produkt schon seit Jahrtausenden: Viele Völker nutzen Kokosöl als Grundnahrungsmittel. Das neue Superfood wird heute als Schlankmacher und Allheilmittel gehandelt. Was ist da dran? 

 

 


Was steckt drin im Kokosöl?

Kokosöl ist eines der natürlichsten Öle, das uns zur Verfügung steht – es besteht allerdings zu einem sehr hohen Teil aus gesättigten Fettsäuren, zu über 95 Prozent! Und das sind – so haben wir gelernt – die bösen Fettsäuren, die im Verdacht stehen, den Cholesterinwert zu erhöhen und damit Herz und Gefäßen schaden zu können. Warum aber bleiben die Naturvölker in der Südsee gesund und leiden nicht an unseren Zivilisationskrankheiten?

 

Der Unterschied: Im Kokosöl stecken Fettsäuren mittlerer Kettenlänge, sogenannte MCT. Diese MCT können vom Körper – im Gegensatz zu den langkettigen Kollegen – rasch aufgespaltet werden. Sie werden zur Leber transportiert und zügig abgebaut. Zudem sollen sie den Energieverbrauch im Körper erhöhen. Die Fettsäuren mittlerer Kettenlänge sind nur in wenigen anderen Lebensmitteln wie z.B in Butter oder Palmöl enthalten. Einige dieser Fettsäuren wirken außerdem antimikrobiell, antiviral und antimykotisch. Dadurch besitzt das Kokosöl eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten in der Ernährung, aber auch für Haut und Haare.

 

Wissenschaftliche Studien haben die Wirkung von MCT untersucht: Auf dem Speiseplan wurde das übliche Fett durch Fettsäuren mittlerer Kettenlänge ausgetauscht. Der Effekt: Bei den Probanden, die mit MCT ernährt wurden, verringerte sich der Körperfettanteil tatsächlich. Allerdings fehlen langfristige Studien über eine Gewichtsveränderung.

 


Ungesättigte Fettsäuren sind gesünder

Die American Heart Association empfiehlt aktuell in einer Studie allerdings, gesättigte Fettsäuren im Speiseplan zu reduzieren und diese mit ungesättigten Fettsäuren zu ersetzen – zum Beispiel mit Sonnenblumen-, Raps- oder Diestelöl. Auch Seefische, Avocados und Nüsse sind reich an solchen gesünderen ungesättigten Fettsäuren.

 

FAzit:

Natives Kokosöl ist auf alle Fälle gesünder als industriell verarbeitetes Kokosfett. Natives Kokosöl aus Gläsern wird aus zerkleinertem Bio-Fruchtfleisch hergestellt. Achte hier auf den Zusatz “nativ”, dahinter verbirgt sich eine besondere Güteklasse, die bestätigt, dass das Öl kaltgepresst wurde und somit naturbelassen ist. So bleiben die natürlichen Inhaltsstoffe erhalten.

 

In Maßen kann Kokosöl natürlich verzehrt werden. Doch das erhoffte Wundermittel ist es nicht. Und auch in Sachen Gewicht darfst du nicht zuviel erwarten.